Archiv der Kategorie: Tagebuch

Mein persönliches Tagebuch

08.03.2021

Heute war ein ereignisreicher Tag, ich bin völlig platt! Das erste Mal seit rund 3 Monaten war ich wieder auf der Arbeit. Da ich in einer Werkstatt der Lebenshilfe arbeite (aufgrund von Problemen, die etwas mit Asperger, Depressionen als auch Polytoxikomanie zu tun haben) hatte man uns Mitarbeitern seit dem letzten Lockdown freigestellt, zu Hause zu bleiben. Nun gehe ich wieder arbeiten und ich muss sagen: Es freut mich sehr! Nach der Arbeit hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater. Die Rede war von Anpassungsschwierigkeiten und meiner Weigerung sich dieser Gesellschaft mit ihren langweiligen Normen anzupassen. Wir sprachen über meinen vergangenen Drogenkonsum (beim letzten Mal zum Glück „nur“ mit Cannabis) und ich wurde in der Hinsicht bestärkt, dass ich stolz darauf sein kann, es (wieder einmal) geschafft zu haben, dem Scheiß für mittlerweile fast 1 ganzes Jahr lang den Rücken gekehrt zu haben. Auf ein weiteres Jahr ohne dieses doofe Zeugs.

Eigentlich hatte ich ja vor, heute noch an meinem Roman weiterzuarbeiten, aber irgendwie bin ich zu kaputt. Man bedenke, dass ich mich zum ersten Mal seit Langem bereits um 06:30 Uhr aus dem Bett wühlen musste.

22.02.2021

Liebes Tagebuch, es ist jetzt genau 22 Uhr 11. Normalerweise sollte heute die Schule wieder losgehen. Sofern dies geschehen ist, dann offenbar nur in einem recht reduziertem Umfang, habe ich doch kaum (oder besser: überhaupt keine!) Schüler auf den Straßen gesehen, geschweige denn, vollbesetzte Busse, oder dergleichen. Vielleicht habe ich da auch irgendetwas nicht mitbekommen. Mein Psychiater Dr. B. sagte zu mir, es sei nicht gut für mein Wohlbefinden, zu viele Nachrichten zu konsumieren, und ich bin mittlerweile der Meinung, dass er recht hat. Ich habe in den letzten 2 Wochen  weder Lokalzeit NRW, noch die Tagesschau gesehen, sogar auf die Tagesthemen habe ich verzichtet, dessen Qualität jedoch so oder so ohne Ulrich Wickert um mindestens 2 Einheiten in den Keller gesackt ist.

Am 08. März muss ich vermutlich wieder arbeiten, sofern der Lockdown nicht verlängert wird. Da ich in einer Werkstatt der Lebenshilfe arbeite (ich bin wegen meines Asperger-Syndroms in Kombination mit schweren Depressionen und Drogenabhängigkeit für den ersten Arbeitsmarkt krankgeschrieben) und man dort auf die Mitarbeiter (die schließlich alle in irgendeiner Weise gehandicapt sind) entsprechend Rücksicht nimmt, steht es uns frei, während des Lockdowns nicht auf der Arbeit antreten zu müssen, sofern wir Angst haben, uns irgendwo anzustecken. Ergo bin ich zu Hause, da ich Bedenken habe, mit vielen Leuten in einem Raum zu arbeiten, von wegen COVID-19, Blah und Blubb…

Also habe ich mich heute, nachdem ich mein Schreibpensum für diesen Tag erfüllt habe, ein wenig in der Gegend rumgetrieben. Und zwar allein, wie so oft. Ob ich mich einsam fühle? Nein! Ich zähle nicht wirklich zu der kontaktfreudigen Sorte Mensch, was durch mehrere Umstände in den letzten knapp 2 Jahren noch begünstigt wurde. Doch davon später möglicherweise mehr. Aber: Es geht mir dennoch ganz gut, ich bin einigermaßen glücklich! Vielleicht nicht so glücklich, dass ich gleich jauchzend an die Decke springe, aber für meine Verhältnisse auf jeden Fall glücklich genug! In den Abendstunden stellte ich fest, dass mein guter Freund Alex mir eine Mail geschrieben hat, also setzte ich mich hin, um ihm eine Antwort in Form eine Sprachmail aufzunehmen. Mails zu beantworten, in dem ich mit Audacity meine Stimme aufzeichne und die Aufnahme in Form einer *.ogg-Datei verschicke, fällt mir oft leichter, als schriftlich zu antworten. Außerdem kann man beim Aufnehmen eine Menge zusätzliche Faxen machen, was meine Laune ein wenig hebt. Nachdem ich Alex meine Datei geschickt habe, schaute ich den Film Zurück in die Zukunft über Netflix, der mich sehr an alte Zeiten erinnert. Die ganze Analogtechnik in den 80er-SciFi-Filmen mutet heute irgendwie witzig an. Hahaha. Außerdem werde ich gleich vermutlich die Novelle Das Marmorbild von Joseph von Eichendorff noch einmal lesen, quasi als Betthupferl, weil diese zu den schönsten literarischen Erzeugnissen des 19. Jahrhunderts zählt.

Liebe Grüße und gute Nacht,
Marcus Borchel, auch bekannt als Macke1979

19.02.2021

Liebes Tagebuch! Heute war ein sonniger Tag, was meine Laune entscheidend besserte. Ich bin eindeutig ein Frühlingsmensch! Auch wenn dem Winter mit seinen tief verschneiten Landschaften (sofern vorhanden) natürlich ein gewisser Zauber innewohnt: Ich freue mich jetzt schon auf den Beginn des Frühjahres, wenn langsam alles wieder zum Leben erwacht. Eines kann mir die Pandemie nicht nehmen: Die Freude an Dingen, die wachsen und lebendig sind! Im Laufe des Nachmittages stattete ich meinen Eltern einen Besuch ab, um dort Kaffee zu trinken und munter drauflos zu schwatzen. Es war ein recht ruhiger, beschaulicher Nachmittag, genau wie man diesen Abend als einen recht ruhigen, beschaulichen Abend bezeichnen könnte. Meinen Roman betreffend, habe ich nun einige Szenen umgeschrieben als auch gestrafft. Vielleicht, aber nur vielleicht, werde ich sogar zum Ende dieses Jahres hin mit diesem Werk fertig, doch gibt es Dinge, die sich in keinster Weise vorhersagen lassen und künstlerisches Schaffen gehört eindeutig dazu. Ein paar neue Episoden (auf die ich sehr stolz bin XD) habe ich ebenfalls verfasst, hatte sehr viel Spaß beim Schreiben, weil mich diese Szenen an gute alte Zeiten erinnerten. Zeiten, in denen zwar alles gut und alt, aber immerhin nicht angereichert mit Pandemien und politischen Unruhen war (und wenn doch, dann in einem weitaus geringerem Maße). Nun werde ich mich erst einmal zur Ruhe setzen und auf Netflix eine weitere Folge Big Bang Theory schauen. Einfach, um abzuschalten. Sollte an diesem Abend, oder auch im Laufe der Nacht, etwas Erwähnenswertes geschehen, gibt es sehr wahrscheinlich, auch wenn dieser Fall bis heute noch nie eingetreten ist, einen weiteren Tagebucheintrag, in dem ich mich mehr oder weniger detailreich über das erwähnenswerte Geschehnis auslassen werde. Wenn allerdings nichts Wichtiges mehr passiert, ich einfach nur dasitze, Big Bang Theory glotze und (vielleicht) ein bisschen weiter Risen spiele, wird dies wohl keinen weiteren Tagebucheintrag zur Folge haben. Es gibt natürlich Leute, die nur Reden (bzw Schreiben) um des Redens (bzw Schreibens) willen… Ich habe nichts gegen diesen Menschenschlag, verfolge mancherlei Blogs dieser Machart, und sei es nur aus purem Zeitvertreib, mit mehr oder weniger großem Interesse, seile dort hin und wieder meine Meinung ab, ehe ich mich auslogge und anderen Aktivitäten zuwende. Doch ich selbst zähle nicht zu diesen Individuen, ich sage (bzw schreibe) nur etwas, wenn es etwas zu sagen (bzw schreiben) gibt, ansonsten denke ich mir meinen Teil, oder ich denke etwas, das nichts mit dem was es nicht zu sagen gibt zu tun hat.

Liebe Grüße,
Marcus Borchel

13.02.2021

Liebes Tagebuch… Ja… Warum eigentlich nicht? Wieso sollte ich einen Tagebucheintrag nicht auch mal mit dieser Anrede eröffnen? Allerdings ist dies natürlich keine Garantie dafür, dass meine nächsten Beiträge ebenfalls mit diesen einleitenden Worten beginnen werden. Es ist jetzt genau 17 Uhr 30, für Blogbeiträge meinerseits eine eher frühe Stunde. Aber andererseits muss ja nicht jede Tagebuchseite am ENDE des Tages erstellt werden, auch wenn natürlich, nach dem ich diesen Beitrag abgeschickt habe, noch so Manches geschehen kann. Nun ja… Sollte tatsächlich im Laufe des späten Abends noch etwas Weltbewegendes geschehen, kann ich ja NOCH einen Eintrag mit demselben Datum in dieses Blog hineinkarüsseln, nicht wahr? Der Titel wird dann vermutlich 13.02.2021 (2) lauten, oder so ähnlich. Jedoch glaube ich nicht, dass es dazu kommt, die letzten Tage und späten Abende ist schließlich auch nichts Besonderes passiert.

Zunächst einmal, nervt mich vor allem der Schnee und diese Kälte. Ich hoffe sehr, dass es die nächsten Tage wieder wärmer wird. Dieses ständige in der Bude hocken macht mich nämlich langsam aber sicher kirre. Wenn ich mich draußen fortbewege, dann nur auf meinen zwei Beinen, mit dem Fahrrad ist das bei diesem Wetter echt nicht das Wahre. Aber, der Winter hat auch seine guten Seiten. Die Landschaft sieht aus, wie mit Puderzucker (oder auch tonnenweise Kokain XD) überstäubt, in den Bäumen glitzert der Schnee. Sieht schon irgendwie schön aus.

Mit meinem Roman geht es ganz gut voran, allerdings muss in der Erzählstruktur noch die ein oder andere Unebenheit geglättet werden. Es bereitet mir auf jeden Fall recht viel Spaß, mit verschiedenen Sprachstilen zu experimentieren. Ich will etwas gänzlich Neues erschaffen, Literatur, die ich nirgendwo kaufen kann. Allerdings stehe ich vor dem Problem, dass die Aussage, die ich mit diesem epischen Werk zu vermitteln denke, mehr und mehr in der Flut der zahlreichen Ideen und Ansätze untergeht. Hmmm… Ich weiß noch nicht, wie ich dieses Problem lösen werde, aber ich weiß ganz sicher, dass ich es irgendwie lösen werde. Gut, dass ich in der Hinsicht nicht unwissend bin.

02.01.2021

Nun breitet sich endlich ein neues Jahr vor uns aus und lässt dabei das alte Jahr hinter uns zurück. Kein großer Verlust, wenn ihr mich fragt, war doch das Jahr 2020 mit Nichten dazu imstande, uns eine schöne Zeit zu bescheren. Stattdessen hat es uns… Ach, lassen wir das, ich habe keine Lust, über diese doofe Pandemie zu reden!

Heute war kein sonderlich ereignisreicher Tag. Ich bin ganz normal aufgestanden, habe gefrühstückt und mich vor den PC gepflanzt. Danach bin ich ein wenig mit dem Rad durch die Gegend gefahren, weil ich der Meinung war, etwas frische Luft würde mir sicher gut tun. In Detmold war ich und in Hiddesen… Wieder daheim, trank ich erst einmal ein paar Tassen Kaffee und begann darüber hinaus zu schreiben. Im Laufe des Tages bekam ich eine Mail von einem guten Freund (Alex), worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich antwortete sogar relativ zeitnah, da ich den größten Teil der Arbeit an meinem Roman um diese Zeit (ich schaute irgendwann um kurz nach 18 Uhr, oder so, in mein Mailpostfach) bereits hinter mir hatte. Meinen Einkauf erledigte ich heute ziemlich spät, so wie ich es, so lange dieser Coronazustand herrscht, immer tue. Heute jedoch mal im Penny-Markt, anstatt im Markant, weil ich nicht wirklich Lust hatte, mit dem Fahrrad zu fahren. (Der Markant ist eine ganze Ecke weiter weg, mit dem Rad ein Katzensprung, aber zu Fuß schon ein schönes Stückchen). Es waren kaum andere Leute im Laden, ich brauchte nicht einmal an der Kasse zu warten, was ganz und gar nicht üblich ist. So bin ich in Besitz von ein paar Wintersteaks, Brot, zwei Packungen Haribo-Schlümpfe, einem Pott Margarine und… Öhm… Scheiße, ich weiß genau, dass ich noch mehr gekauft habe, aber jetzt habe ich es vergessen und bin zu faul, aufzustehen und nochmal im Kühlschrank nachzusehen. Ist ja auch schon spät!

Wieder zuhause angelangt, schaute ich mir Urotsukidoji III an, also den dritten Teil der rabenschwarzen, durch und durch abgrundtief düsteren Urotsukidoji-Saga. Dieser uralte Anime aus den frühen 90ern erinnert mich noch immer an gute alte Zeiten. Ich hatte ganz vergessen, wie wahnsinnig gut die Story von diesem Stück apokalyptischem Horror mit Hentai-Elementen selbst im dritten Teil inszeniert wurde (in dem Genre gibt es nun wirklich nicht viele herausragende, geschweige denn sehenswerte, Produktionen). Schade, dass der vierte Teil (den ich vielleicht demnächst ebenfalls schauen werde), qualitativ deutlich abfällt. Wenigstens ein paar Animes kann ich mir noch anschauen, ohne gleich depressiv zu werden. Warum mich Animes häufig depressiv machen? Nein, nicht etwa, wegen ihrem Inhalt (ich liebe nach wie vor Animes, das wird sich auch nicht ändern), eher weil sie mich an eine tolle Zeit erinnern, die nun vorbei ist.  Doch werde ich davon später mal erzählen. Jetzt ist es 23 Uhr 20 und ich weiß genau, dass ich es in der Hinsicht nicht schaffen werde mich kurz zu fassen.

30.12.2020

Einer der letzten Tage in diesem Jahr. Es ist viel geschehen, doch liegt heute der Fokus nur auf einem ganz besonderen Ereignis. Nicht etwa die Tatsache, dass der Hofladen am Lohmannshof, wo ich immer gerne einkaufe, da dort die Zahl der Kunden auf ein erträgliches Maß beschränkt wurde (bedingt durch COVID-19) schon seit Heiligabend geschlossen hat und erst im neuen Jahr wieder öffnet, was für mich bedeutete, den Weg von Detmold nach Hiddesen mit dem Fahrrad (der zwar nicht allzu weit ist, aber es geht tüchtig bergauf) umsonst zurückgelegt zu haben. Ich hätte mir dort gern ein paar Kekse zum Knabbern gekauft, aber… Ich stand halt vor verschlossener Tür.  Allerdings bin ich auf dem Rückweg klitschnass geworden. Und das, obwohl die Wettervorhersage im Internet, die ich vor der Abfahrt studierte, gerade mal eine Regenwahrscheinlichkeit von 40% für unser Gebiet vorausgesagt hat. Naja, inzwischen ist es 23 Uhr 17 und meine Klamotten sind wieder trocken. Trotzdem… Soviel zu Aussagen wie 40%ige Regenwahrscheinlichkeit, Blah und Blubb… An meinem Roman habe ich heute ebenfalls ein Stückchen weiter gearbeitet. Vor ein paar Tagen dachte ich schon, ich würde wieder einmal in einer Phase der totalen Lustlosigkeit stecken, aber dies ist (zum Glück) nicht der Fall. Trotzdem ist es auch nicht meine literarische Arbeit, die heute im Fokus steht. Es gab einen wirklich markanten Augenblick… Ein Ereignis, mit dem ich absolut nicht gerechnet habe, welches allerdings trotzdem eingetreten ist. Ein Ereignis, das sich in meinem Badezimmer abspielte.

Heute war einer der Tage, an dem ich mich unter die Dusche begab. Ein vollkommen gewöhnlicher Vorgang, in jederlei Hinsicht alltäglich. Warmes Wasser auf nackter, leicht behaarter, ein wenig zu blasser Haut. Bevor ich jedoch duschte, rasierte ich mich… Und stellte fest, dass doch tatsächlich der Rasierschaum leer war! Oder besser, dass ich heute das letzte Bisschen benutzt habe, um meinem stoppeligen Gesicht einer Rasur zu unterziehen. Das witzige an der Sache: Ich dachte bis vor Kurzem noch, es würde sich um magischen Rasierschaum handeln! Und zwar um Rasierschaum, der nie leer wird! Vor mehr als einem halben Jahr habe ich mir bereits eine Sprühflasche (ich weiß nicht, ob man die so nennt, die korrekte Bezeichnung will mir gerade nicht einfallen XD) mit Rasierschaum gekauft, weil ich davon ausging, dass es sich bald ausgeschäumt hat. Nichts ahnend, dass ich länger als ein ganzes Jahr (!) mit einer einzigen Sprühflasche von dem Zeug auskommen werde! Ohne Scheiß, ich habe noch nie gehört, oder auch am eigenen Leib (bzw Kinn) erlebt, dass jemand SO LANGE mit einer einzigen Pulle Rasierschaum auskommt! Irgendwann fing ich an, zu glauben, dass mein Rasierschaum schlicht und einfach NIE leer wird. Die Situation hat mir sogar ein wenig Angst gemacht und ich begann eine Kurzgeschichte darüber zu schreiben (die noch immer unvollendet ist, da ich zwischenzeitlich nicht nur an meinem Roman, sondern auch an neuen Gedichten gearbeitet habe). Alle möglichen Theorien schossen mir durch den Kopf, wie es möglich sein könnte, dass der Schaum so lange hält, beispielsweise, dass etwaige Feuchtigkeit im Badezimmer den Inhalt der Sprühflasche in Verbindung mit den Treibgasen wieder und wieder erneut aufschäumt…

Und heute… Habe ich den Schaum, der nie leer wird doch tatsächlich endgültig geleert. Jetzt kommt endlich der neue Raiserschaum an die Reihe, den ich schon vor über einem halben Jahr bei Rossmann oder sonstwo käuflich erworben habe. Ein Gefühl sagt mir, dass der Inhalt dieses Mal nicht so lange reicht. Ein anderes Gefühl sagt mir, dass die Uhr inzwischen 23:32 Uhr geschlagen hat und ich mich langsam zu meinem Date mit Morpheus begeben sollte! Gute Nacht, Leute!

29.12.2020

Wir schreiben den 29.12.2020. Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Es ist 21 Uhr 50 und ich hatte einen recht ereignisreichen Tag. Neben der weiteren Arbeit an meinem Roman hatte ich heute eine Termin mit Frau B. Ich könnte ihren Namen zwar ausschreiben und bin mir sicher, dass sie nichts dagegen hätte, aber ich lasse es. Persönlichkeitsrechte müssen gewahrt werden! Aufgrund der Tatsache, dass ich ein Suchti bin, wird dies auch nicht der letzte Termin mit Frau B. gewesen sein. Die gute Frau arbeitet beim „Verein für Rehabilitation“ in der Unterabteilung „Ambulant Begleitender Dienst“. Diese Einrichtung kümmert sich um Menschen wie mich. Eine ambulante Betreuung bietet man uns Suchtis. Die meisten meiner Mitklienten (über die ich hier kein Wort verlieren werde) haben Probleme mit Alkohol. Ich hingegen bin von allen möglichen Suchtmitteln abhängig. Cannabis, Amphetamine, Kokain, Beruhigunsmittel (also etwa sogenannte Benzodiazepine), Alkoholiker bin ich allerdings meiner bescheidenen Ansicht nach eher nicht, da mir diese Form des Berauschtseins nicht besonders zusagt.

Es war ein kalter Nachmittag, als ich mit Frau B. spazieren ging. Das ist die Art, wie wir unsere Termine abhalten… Wir gehen spazieren und labern, während der Welpe von Frau B. mal hier mal dort an den Blumen schnuppert und die Landschaft mit dem ein oder anderen Kothaufen
garniert. Wir sinniierten über Gott und die Welt, sprachen von Animes und Literatur, also den
Dingen, die, zumindest in meiner Welt, einen zentralen Platz besitzen. Wieder zuhause angelangt, trank ich erst einmal gemütlich ein Tässchen Kaffee, schrieb ein bisschen weiter und schaute mir dann noch eine Folge H2O – Plötzlich Meerjungfrau an. Ich bedaure, dass diese schöne, wenn auch ziemlich leichte, Jugendserie keine 4. Staffel spendiert bekommen hat. Naja, man kann nicht alles haben.